Anwendung der Wickel

In diesem Beitrag soll es um die richtige Anwendung der Wickel gehen. Da in der Praxis viele Pflegeauszubildende diese Frage stellten und es nicht zu genüge gesehen oder gelernt haben.

Feuchtheiße Wickel
Die Feuchtheiße Wickel ist eine wärmespendende Wickelauflage, die zur Gefäßerweiterung führt.

Der Vorgang:
1. Kontakt zur Person: Erklären, dass nun warme Wickel erfolgen.
2. Gute Vorbereitung: Das Zimmer soll zuvor gelüftet, aber warmgehalten werden. Materialien bereitlegen: 1 Baumwolltuch, ein Handtuch (je nach Region auch jeweils 2), ggf. eine Unterlage, ggf. eine Wärmeflasche.
3.Durchführung: Tuch zuvor in einer Schüssel mit heißem Wasser einlegen und vorwärmen. Am besten eignen sich hierfür naturbelassene Baumwolltücher, da ihrer Fasern die Wärme gut erhalten und ableiten.
4. Anschließend so gut wie möglich auswringen und anlegen. Stark ausgewrungene Tücher werden heißer ertragen und halten die Wärme länger.

Quick-Tipp: Halten sie das ausgewrungene Tuch 30 Sekunden an die Pulsseite ihres Unterarmes. Falls sie es gut ertragen, verträgt es selbst das Kleinkind.“

5. Als Außentuch können sie ein Handtuch nutzen, worauf eine Wärmflasche liegt.
6. Anschließend gut einhüllen und zudecken.

Wichtig: Wickel kühlen sehr rasch ab, wenn sie:
a) zu locker sitzen und
b) zu nass sind.

Kontraindikation:
Bei fieberhaften oder akut entzündlichen Prozessen besteht Vorsicht bei der Anwendung von Wärmewickel. Da sich bei Fieber innerlich die Körpertemperatur erhöht, führt die Wärmewickel zur zusätzlichen Gefäßerweiterung, die zu Kreislaufproblemen führen kann.

Die Anwendungsorte der Wärmewickel

→ Am Bauch, wenn

  • er angespannt ist
  • die Verdauung träge ist
  • Blähungen existieren
  • Magen-Darm-Krämpfe plagen
  • die Menstruationsschmerzen auftreten
  • eine Blasenentzündung entsteht
  • Nervosität und Stress herrscht
  • Schlafstörungen existieren.

Nicht bei: Durchfall mit Fieber und Blinddarmentzündungen.

→ An die Brust angelegt,

  • zur Pneumonieprophylaxe
  • bei Husten
  • bei Bronchitis/ Pneumonie
  • bei Pleuritis

Hierbei ist es wichtig die Wickel flink anzulegen, um die Gefahr des Auskühlens zu vermeiden.

→ An den Gelenken,

  • bei chronischen Gelenksentzündungen
  • bei Arthrose
  • bei Sehnenscheidentzündungen

→ An den Lenden (Nieren),

  • bei bekannten Nierenerkrankungen und durch die Zustimmung des Arztes.

Kühlende Wickel
Die kühlende Wickel wird in der Regel bei hohen Fieber oder bei Schmerzen angewendet. Vorneweg ist daher zu wissen, dass Fieber eine grundsätzlich gesunde Reaktion des Körpers auf das Eindringen von Krankheitserregern ist. Manche Erreger werden alleine durch eine erhöhte Temperatur zerstört. Eine kühlende Wickel wird daher nur bei hohen Fieber empfohlen.

Der Vorgang:
1. Zu Beginn der Kälteanwendung ist die Temperatur zu messen. Die Anwendung der kühlenden Wickel soll nur 0,5 Grad weniger als die Körpertemperatur enthalten, um einen kreislaufschonenden Temperaturabfall, durch das Ableiten der Wärme zu erzeugen. Eisige Temperaturen verhindern diese Wärmeableitung.
2.Kontakt zur Person: Erklären, dass nun kühlende Wickel erfolgen.
3. Vorbereitung: Beengende Kleidung kann entfernt werden, insofern die Person keine Kälte empfindet. Der Körper zeigt naturgemäß was ihm fehlt, so sollte bei Schüttelfrost diese Anwendung nicht erfolgen!
4.Handtuch, oder Baumwolltuch in eine Schüssel mit temperierten Wasser einlegen.

Quick-Tipp: Die Temperatur im Wasser sollte nicht mehr als 0,3-0,5 Grad von der Körpertemperatur abweichen, da das Tuch nicht die komplette Wärme des Wassers aufnimmt und somit immer geringfügig kälter ist.“

5. Das Tuch anschließend auswringen und anlegen. Hierbei kann das Tuch ruhig etwas feucht bleiben, um das Ableiten der Körperwärme zu begünstigen.

Die Anwendungsorte der kühlenden Wickel

Der Stirnlappen

Das Bekannteste und noch heute angewandte Stirnlappen wird standardmäßig bei Fieber angewandt. Achten Sie wie oben beschrieben darauf, dass es kein eiskalter Waschlappen ist, der auf die Stirn angelegt wird.

Fiebersenkende Wadenwickel

Eine etwas seltener zu findende Anwendung ist die Wadenwickel. Sie wird bei fiebernden Personen ab 39 Grad angewandt, wenn sie sich unwohl, unruhig und elend fühlen. Idealerweise werden Baumwolltücher verwendet, die auf eine feuchte Temperatur von 0,5 Grad unterhalb der befindenden Temperatur gebracht wird. Das Tuch wird um die Waden angelegt und ein Handtuch als Außentuch verhindert, dass das Bett nass wird. Wenn die Innentücher warm geworden sind, werden sie abgenommen, unter Leitungswasser abgewaschen, leicht ausgewrungen und erneut angelegt. Nach dem 2. Durchgang, der nach ca. 30min vorüber ist, messen sie erneut die Temperatur. Wenn das Fieber bis maximal 0,5 Grad Celsius gesunken ist, war die Wirkung ausgezeichnet!

„Wichtig: Sprechen sie mit Ihrem Angehörigen über sein wohlergehen und nehmen Sie ruhigen Gewissens die Wickel wieder ab, wenn das der Wunsch ist.“

 

Das waren nun Anwendungsmöglichkeiten der Wickel, sei es als Wärme- oder Kältespender. Fieber, oder Kältegefühle sind natürliche Reaktionen des Körpers, der im Laufe der Evolution gelernt hat sich mit Ruhe und Entspannung sich zu regenerieren. Seien sie achtsam.

.. und falls sich keine positive Änderung des Gesundheitszustandes entwickelt, gehen Sie selbstverständlich trotzdem zu ihrem Arzt.

 

Ihr Gesundheitsberater und Krankenpfleger,

Fabio D’Adamo

 


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