10 Tipps zur Thromboseprophylaxe

Verstopfte Blutgefäße und Durchblutungsstörungen?
Was du tun kannst, um eine Thrombose zu vermeiden

Hier erfährst du 10 Maßnahmen aus der Krankenpflege und der Medizin zur Thromboseprophylaxe.

Zu Beginn – Was ist eine Thrombose?

Eine Thrombose (bzw. Thrombus genannt) ist ein Blutgerinnsel in den Venen. Häufig auffindbar in den tiefen Beinvenen (Beinvenenthrombose). Löst sich ein solcher Thrombus von der Venenwand ab, so spricht man von einer Embolie, die in der Regel über den Blutkreislauf in die Lunge gelangt (Lungenembolie).

Wie entsteht eine Thrombose?

Die Entstehung einer Thrombose lässt sich auf die Risikofaktoren des Virchow-Trias zurückführen, benannt nach dem Mediziner Rudolf Virchow.

Die Risikofaktoren des Virchow-Trias

Verlangsamte Blutströmung: Mangelnde Bewegung durch Immobilität, oder durch verordnete Bettruhe führen zur Blutgerinnung in den Venen, woraus sich ein Gerinnsel bilden kann. Zu diesem Risikofaktor fallen auch die Herzinsuffizienz, eine bereits bestehende Venenerkrankung, oder ein ausgeprägter Flüssigkeitsmangel.
Schädigung der Gefäßwand: Dieses Risiko bringt meist eine Operation, altersbedingte Venenveränderungen (Krampfadern), Verletzungen, Entzündungen und das Rauchen mit sich. Bei einer Operation wird jedoch in der Regel zur Prävention eine Antithrombosespritze verabreicht.
Erhöhte Neigung zur Blutgerinnung: Hierunter zählt die medikamentös indizierte Gerinnungsstörung (z.B. durch die Pille), erhöhte Cholesterinwerte und die häufigste Ursache Fettleibigkeit.

Wichtig: Die Tipps zur Vorbeugung sind nicht anzuwenden, wenn bereits ein Verdacht auf eine Thrombose besteht.

Verdacht bzw. Anzeichen einer Thrombose:

– Dumpfer Schmerz im Bein
– Schwellung am Bein
– Schmerz lässt beim hochlagern nach
– gerötet, oder bläulich verfärbt, sowie überwärmt.

Hast du den Verdacht auf eine Thrombose, so werden dir die folgenden Tipps nicht weiterhelfen und es wäre ratsam umgehend den Arzt zu kontaktieren.

Bevor ich nun zu den Maßnahmen komme, werde ich dir die Folgen einer Thrombose aufzeigen, um dir die Wichtigkeit der Thromboseprophylaxe, sei es bei dir selbst oder bei den Patienten die du versorgst, näher zu bringen:

Folgen einer Thrombose:

– Löst sich der Thrombus entsteht eine Embolie, die bis in die Lunge gelangen und tödlich enden kann.
– Embolien, die nicht in die Lunge gelangen können auch in den Hirngefäßen zu Verstopfungen und somit zu Lähmungen und anderen zerebralen Beeinträchtigungen führen.
– Ein Thrombus kann außerdem ein postthrombotischen Syndroms entwickeln, eine Schädigung der Venenklappen. Hierbei resultiert das sogenannte „Offene Bein“.

Daher nochmals der Hinweis. Sind beschriebene Anzeichen zutreffend, kontaktiere bitte umgehend den Arzt.

Hier nun die 10 Maßnahmen zur Thromboseprophylaxe
  1. Bewegung / Frühmobilisation

Die wichtigste aller Maßnahmen ist die frühestmögliche Bewegung. Vor allem nach einer Operation ist die Frühmobilisation eine effektive Maßnahme zur Thromboseprophylaxe. Frage daher das Personal, ob du in Begleitung aufstehen kannst. Durch die Anspannung der Muskeln, verteilt sich das Blut in den Venen, was zu einer Beschleunigung des Blutflusses führt.

  1. Krankengymnastische Maßnahmen

Aktive, wie auch passive Bewegungsübungen werden ihre Muskeln anregen, was den Rückstrom des Blutes zum Herzen fördert. Hinzu kommt, dass diese Maßnahme nach einer Operation dich schneller wieder auf die Beine bringt.

  1. Medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe (MTS)

MTS üben Druck auf die oberflächlichen Venen der Beine aus und sorgen so dafür, dass dein Blut mit erhöhter Geschwindigkeit zum Herzen zurückfließt. Die richtige Größe ist hierbei wichtig. Lasse dir dazu die passende Größe von einem medizinischen Personal abmessen.

Tipps für zu Hause

  1. Beine hochlagern

Lege deine Beine auf einem erhöhten Hocker, dabei kann das Blut leichter zum Herzen zurückfließen und Stauungen gehen so zurück.

Quick-Tipp: Mit einem Kissen unter die Fersen lässt sich so auch bequem ein Buch lesen.

  1. Die Dusche

Beim Duschen ist zu empfehlen die Waden mit kreisenden Bewegungen mit kaltem Wasser abzubrausen. Schmerzen werden gelindert und Schwellungen beseitigt.

  1. Das Körpergewicht

Übergewicht ist einer der Hauptgründe für eine Thrombose. Versuche daher das Körpergewicht durch eine ausgewogene Ernährung zu reduzieren. Weniger Gewicht bedeutet nämlich weniger Belastung für die Venen und hilft, Venenerkrankungen vorzubeugen.

  1. Die Ernährung

Eines der Ursachen nach dem Virchow-Trias ist die erhöhte Neigung zur Blutgerinnung, die unter anderem durch zu hohe Cholesterinwerte (LDL) entstehen. Versuche daher dich besonders ballaststoffreich zu ernähren und täglich 2 Liter Flüssigkeit zu dir zu nehmen (wenn keine Herzerkrankung besteht).

  1. Schatten statt Sonne

Dieser Tipp gilt eher für die Hochbetagten unter uns. Zu viel Wärme führt oft zu Schwellungen und Schmerzen in den Beinen. Vermeide deshalb zu viel Sonne – auch deiner Haut zuliebe.

  1. Treppe statt Aufzug

Venentraining kann so einfach sein, doch wird sie oft aus Faulheit nicht durchgeführt. Nehme öfters mal die Treppe, anstatt den Aufzug. Bewegung hat nämlich nicht nur Auswirkungen auf die Venenfunktion, sondern reduziert auf Dauer das Gewicht, stärkt die Muskulatur und schüttet positive Hormone aus.

Tipp Nummer 10: Für´s Büro und für lange Flüge

Nutze Telefonate, oder langen Sitzungen, um deine Füße kreisen oder wippen zu lassen. Lasse deine Füße zwischen Fersen- und Fußballenstand wechseln. Wenn es dir möglich ist, stehe gelegentlich auf und laufe umher.

 

Das waren die 10 Tipps zur Thromboseprophylaxe. Ich hoffe dir damit praktisch weitergeholfen zu haben.

Damit wir gemeinsam besser pflegen.

 

Dein Gesundheitsberater und Krankenpfleger

Fabio D’Adamo

 

 


Produkte auf Amazon.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Menü