FAST Schlaganfall – 4 Tipps einen Schlaganfall zu erkennen

In Deutschland sind jährlich ca. 200.000 Menschen an einem Schlaganfall betroffen. Sie gehört nach den Herz-Kreislauferkrankungen zu der dritthäufigsten Todesursache in Deutschland.

Die Folge:

70% der Betroffenen bleiben arbeitsunfähig!

Schlaganfall - Die Ursachen

Der Schlaganfall, auch Apoplex genannt, ist eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung eines Areals im Gehirn (Ischämie).

Die Ursachen dieser Durchblutungsstörung im Gehirn können in 2 große Gruppen unterteilt werden:

Die erste Gruppe ist durch eine mangelnde Durchblutung verursacht, die bei 70 – 80% der Fälle eintritt, einhergehend durch ein verschlossenes Blutgefäß (Thrombose), ein Blutgerinnsel (Embolie), oder einer mangelnden Pumpleistung des Herzens.

Das Areal des Gehirns wird durch dieses “Hindernis” nicht mit Blut versorgt und stirbt dadurch ab.

Die zweite Gruppe ist durch eine Hirnblutung verursacht, die bei 20 – 25% der Fälle eintritt, einhergehend durch ein ruptiertes (geschädigtes/ eingeschnittenes) Blutgefäß im Gehirn. Dies wird verursacht durch erhöhtem Blutdruck, einem Schädel-Hirn-Trauma (ausgelöst durch einen Unfall), einem Aneurysma (einer krankhaften Veränderung der Blutgefäße), oder durch eine gestörte Blutgerinnung.

Das Blut dringt in das Gehirngewebe, drängt das Gehirn gegen die Schädeldecke und verursacht Quetschungen.
Die Versorgung ist dadurch gestört.

Wie erkenne ich einen Schlaganfall?

Wie der Begriff Schlaganfall es schon vermuten lässt, kommt es zu einem „schlagartigem“ Ausfall der Hirnfunktionen.

Mithilfe des aus dem englischen Sprachraum stammenden FAST-Tests kannst du wichtige und typische Schlaganfallsymptome schnell überprüfen.

Schlaganfall - Die Symptome

Bemerkst du bei einer Person eine schlagartige Veränderung dieser folgenden 4 Punkte, zählt jede Minute!

FAST steht für:

  • Face (Gesicht)
  • Arms (Arme)
  • Speech (Sprache)
  • Time (Zeit)

Die häufigsten Symptome eines Schlaganfalls sind:

– Sehstörungen

– Sprach- & Sprachverständnisstörungen

– Lähmungen & Taubheitsgefühle

– Schwindel mit Gangunsicherheit

– Sehr starke Kopfschmerzen.

Mit dem Test kannst du innerhalb kürzester Zeit den Verdacht auf einen Schlaganfall überprüfen.

Face:
Bitte die betroffene Person zu lächeln.
→ Hängt ein Mundwinkel herab, deutet das auf eine Halbseitenlähmung hin.

 Arms:
Bitte die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen.
→ Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden, ein Arm sinkt oder dreht sich.

Speech:
Lass die Person einen einfachen Satz nachsprechen.
→ Ist der Betroffene nicht dazu in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor.

Time:
Zögere nicht! Wähle sofort die 112 und Schilder die Symptome. 

Wieso du sofort reagieren solltest!

Je mehr Zeit zwischen Erkennen und Behandlung verstreicht, desto stärker wird das Gehirn geschädigt. Je schneller die Person behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall!

Warte nicht, bis zur nächsten Sprechstunde beim Hausarzt, sondern wähle sofort die 112, egal bei welcher Tages- oder Nachtzeit.

In den ersten Stunden nach dem Schlaganfall sterben durchschnittlich 30.000 Nervenzellen pro Sekunde ab. Viele Betroffene schätzen die Lage falsch ein und entscheiden sich dafür, erst einmal abzuwarten – dabei sollte sofort gehandelt werden, denn Symptome wie halbseitige Lähmungen oder Sprachstörungen verschwinden nicht wieder von allein.  Time is Brain!

[Klinikum.uni-heidelberg.de]

Was geschieht danach?

Hat ein Schlaganfall Spuren hinterlassen, erfolgt die Akutbehandlung meist auf intensivmedizinischer Station, in sogenannten Stroke Units. In manchen Kliniken gibt es auch „Schlaganfall-Lotsen“.
*Schlaganfall-Lotsen sind examinierten Pflegekräfte, die sich ein Jahr lang nach Entlassung aus dem Krankenhaus um die Schlaganfallpatienten kümmern. Die Lotsen organisieren einen Rehaplatz, die Physio- & Ergotherapeuten werden miteinbezogen, genauso wie die Logopäden.

Auch wenn in deinem Krankenhaus keine Schlaganfall-Lotsen existieren, kümmert sich der Sozialdienst um das Entlassungsmanagement, sodass nach der Entlassung die Pflege zu Hause erfolgen kann. Erfolgt die Pflege zu Hause, ist ein ambulanter Pflegedienst hilfreich. Hierbei kannst du jeder Zeit einen Pflegedienst anrufen, wobei auch das in der Regel bereits der Sozialarbeiter vor der Entlassung aus dem Krankenhaus mit der Familie der betroffenen Person abklärt.

Wie hilfst du bei der Pflege?

Häufig haben Schlaganfall-Betroffene Probleme beim Essen und Trinken. Achte darauf, dass dein Angehöriger aufrecht und gerade sitzt. Zudem sollte der Betroffene langsam und kontrolliert essen. Du kannst ihn gerne regelmäßig ans kauen und schlucken erinnern.

Außerdem können Sprachschwierigkeiten auftreten.
Achte hierbei darauf in kurzen und einfachen Sätzen zu sprechen. Ebenso sind einfach gestellte Fragen hilfreich bei der Kommunikation.

Bezieh deinen Angehörigen in Gespräche ein und unterbreche ihn nicht. Viele Betroffene ziehen sich wegen der Sprachstörung zurück, reduzieren ihre sozialen Kontakte und vereinsamen. Wenn du deinem Angehörigen unterstützen willst, dann muntere ihn auf und motivier ihn zum Sprechen. Ihr könnt auch zusammen singen oder versuchen ein Instrument zu spielen.

Nach einem Schlaganfall können Störungen der Urin- und Stuhlausscheidung eintreten.
Im Krankenhausaufenthalt wird daher häufig noch mit Hilfe eines Blasenverweilkatheters Urin abgeleitet. Ist der Zustand stabil, erfolgen erste Rehabilitationsmaßnahmen und Übungen zur Wahrnehmungsfähigkeit des Beckenbodens werden durchgeführt.

Motiviere deinen Angehörigen stets zur Bewegung und sorge dafür, dass er ausreichend trinkt, um eine Verstopfung (Obstipation) zu vermeiden. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, sowie ballaststoffreiche Ernährung sorgen für einen regelmäßigen Stuhlgang, der bei Betroffene mit Schlaganfall ansonsten erschwert sein kann.

Folgeprobleme, sowie Hilfsmittel bei Verstopfung findest hier.

Das war ein kleiner Beitrag zum Thema Schlaganfall, der Jeden befähigen soll, akut zu Handeln, wenn die FAST Symptome bei einem Mitmenschen schlagartig auftreten. Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache und statistisch kann also fast Jeder mit einer Situation konfrontiert werden, dieses Wissen anzuwenden.

Damit wir gemeinsam besser pflegen
Und weil Gesundheit an erster Stelle steht.

 

Dein Gesundheitsberater und Krankenpfleger,

Fabio D‘Adamo

 

 


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