Pflegeausbildung praktisches Grundwissen – Der Rundumblick

Der Rundumblick

In diesem Beitrag soll es um den Rundumblick und die Krankenbeobachtung gehen und wie du diese Fähigkeiten erlernst.
In der Gesundheits- und Krankenpflege ist Beobachtung eines der grundlegendsten Fähigkeiten, denn sie Basis für dein pflegerisches Handeln. Der Rundumblick ist also eine Kernkompetenz die jede/r Auszubildende im ersten Lehrjahr lernt. Auch Studenten, FSJ`ler oder Praktikanten der Hochschule werden in der Praxis geschult den Rundumblick anzuwenden.

Leitfaden zur Anwendung des Rundumblicks

DDaDiese grundlegende Sichtweise in der Pflege dient als Basis und zeigt zugleich Aufgaben, die FSJ’ler, Praktikanten (z.B. der Fachhochschule), oder Auszubildende im ersten Lehrjahr durchführen und lernen sollen.
Die Anwendung des Rundumblicks ist erlernbar und ist im Folgenden als Leitfaden für dich beschrieben.

Betreten des Patientenzimmer:

  1. Vor betreten eines jeden Patienten sollte sich die Frage gestellt werden, weshalb man das Zimmer betritt.
  2. An der Tür wird angeklopft und im Anschluss die Tür geöffnet.
  3. Die Anwesenheitstaste wird gedrückt, sodass signalisiert wird, dass ein Mitarbeiter im Patientenzimmer tätig ist.
  4. Grüßen und Vorstellen dem Patienten gegenüber und kurz erklären weswegen Sie das Zimmer betreten.

Patientenbeobachtung:

  1. Fragen wie es dem Patienten geht:
    Wie hat er geschlafen? Hat er Schmerzen, wenn ja: Wo und Wie Stark (Von einer Skala von 1-10)? Wann hatte er das letzte Mal Stuhlgang gehabt?
  2. Erklären, das Vitalzeichen gemessen werden:
    Blutdruck messen; Puls messen; Temperatur messen;
    ggf. Sauerstoffsättigung, Blutzucker messen und in seltenen Fällen Atemfrequenz pro Minute zählen.
  3. Beobachtung des Patienten:
    Gerade im Krankenhaus sind die meisten Patienten älter und vernachlässigen das Trinken. Zu erkennen, dass der Patient z.B.  trockene Lippen hat ist ebenfalls Teil des Rundumblicks.
  4. Handle: Falls du in deiner Beobachtung Auffäligkeiten bemerkst, z.B. trockene Lippen, dann handle und biete dem Patienten etwas zu Trinken anbieten.

Sauberkeit und Ordnung - Der Rundumblick

Der Rundumblick ist eine Fähigkeit die jede Gesundheits- und Krankenschwester (und Pfleger) im Laufe Ihrer Ausbildung lernt. Sie umfasst die Sauberkeit und Ordnung des Patienten und dessen Umgebung und wird vor geplanter Tätigkeit am Patienten wie auch vor Verlassen des Zimmers angewandt.

  1. Blick zum Patienten: Hat er saubere Kleidung an? Kommt er an die Bettbedienung? Kommt er an die Notfallklingel? Liegt er bequem? Liegt er nicht auf Drainagen, Katheter, Infusionsschläuchen oder sonst etwas, dass Druckstellen verursachen kann?
  2. Blick über dem Patienten: Hängen Infusionen an? Laufen diese, oder tropft es nicht? Falls nicht, Informationsweitergabe an die betreuende Gesundheits- und Krankenschwester.
  3. Blick unter das Bett: Sind die Hausschlappen oder Schuhe anziehbereit, oder liegen Sie tief versteckt und unerreichbar unter dem Bett? Hat der Patient eine Urinflasche? Muss diese ausgeleert werden? Falls ja, im Klo ausleeren und die Menge (ml) notieren. Auch hier im Anschluss Informationsweitergabe an die betreuende Gesundheit- und Krankenschwester. Hat der Patient einen Dauerkatheter? Falls ja und Ist dieser voll, so soll ein Eimer mit Deckel besorgt werden und der Katheterbeutel ausgeleert werden. Auch hier wird die Menge (ml) notiert und der Gesundheit- und Krankenschwester bescheid gegeben.
  4. Blick zum Nachttisch: Ist er sauber? Liegt Müll herum? Sind leere Flaschen drauf? Auch hier gilt – Ordnung schaffen und im Anschluss mit einem Desinfektionstuch über den Nachttisch gehen.
  5. Blick zum Fenster: Sind Jalousien noch unten am Tag? Muss im Zimmer durch unangenehme Gerüche kurz Stoßgelüftet werden? Hierbei jedoch achten, dass die Patienten gekleidet bzw. Zugedeckt sind, um Erkältungen zu vermeiden.
  6. Blick zu den Lampen: Funktionieren alle? Falls nicht, Information an die Ges.- u.Krankenschwester, die ein Anforderungsschein an die Technik weitergibt.
  7. Blick zum Tisch: Ist die Tischdecke Sauber? Sind leere Flaschen, Papier, Müll, oder Zeitschriften darauf? Sind Stühle ordentlich angelehnt? Mit den Patienten im Zimmer absprechen, ob dies Entsorgt werden soll. Auch hier, Entsorgen, aufräumen und am Ende mit dem Desinfektionstuch drüber wischen.
  8. Blick zum Bett: Sind die Betten gemacht? Dreckige Bettwäsche austauschen. Sind Gehhilfen (Gehstock, Rollator, Gehbock) greifbar, oder ordentlich bei Seite gestellt? Hier gilt: Mit dem Patienten abklären, wie er sein Hilfsmittel im Zimmer gelagert haben möchte.
  9. Blick ins Bad: Liegt etwas auf dem Boden? Sieht es ordentlich aus? Ist der Boden nass? Dreckige Wäsche entsorgen und das Bad sauber hinterlassen.



Gerade am Nachmittag, wenn Angehörige zu Besuch erscheinen ist ein gepflegtes Aussehen der Zimmer wichtig, da es die Pflege an dem Patienten widerspiegelt.

…Vor Verlassen des Patientenzimmers:

  1. Freundlich verabschieden.
  2. Hände desinfizieren.
  3. Anwesenheitslicht ausschalten.

Nun hast du einen Einblick erhalten, worauf eine Pflegekraft bei Betreten des Zimmers alles achten sollte. Verinnerliche dir diese Schritte und du musst weniger Wege laufen, da du bereits durch deinen Blick die notwendigen Maßnahmen erkannt und ergriffen hast.

Viel Spaß beim Anwenden.

 

Dein Gesundheitsberater und Krankenpfleger,

Fabio D’Adamo

1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Danke für den Beitrag zur Krankenpflege. Meine Cousine macht eine Ausbildung zur Krankenpflegerin. Die Verhaltensregeln und gewisses verantwortungsvolles Benehmen ist echt gut zu wissen. Das werde ich meiner Cousine auf jeden Fall weiterleiten, weil sie noch neu in dem Feld ist.

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