10 + 1 Tipps zur Pneumonieprophylaxe

Was du tun kannst, um einer Lungenentzündung bei dir oder deinen Angehörigen zu verhindern

In diesem Beitrag soll es um die Pneumonie und ihrer Vorbeugung gehen. Du erfährst welche Maßnahmen du zuhause anwenden kannst, um diese bestmöglich entgegenzuwirken.
Die folgenden Maßnahmen werden unter anderem in der stationären Pflege durchgeführt, somit erfährst du Wissen aus erster Hand.

Zu Beginn – Was ist und wie entsteht eine Pneumonie?

Als Pneumonie versteht man eine Entzündung der Lunge bzw. der Lungenbläschen (Alveolen), auf Deutsch – die Lungenentzündung. Sie entsteht meist durch eine Infektion durch Bakterien, Viren, oder Pilzsporen, die eingeatmet werden.

Die 10+1 Tipps zur Pneumonieprophylaxe
  1. Hände waschen – gerade in der Wintersaison bleibt der Schnupfen nicht aus. Nahezu jede Person schnäuzt sich die Nase und gibt anderen beim Begrüßen die Hand. Unhygienisch! Besonders bei gefährdeten Personen ist daher sicher zu stellen, dass die Gegenüber stehende Person nicht erkältet ist, oder zumindest die Hände gewaschen hat.

Händedesinfektion ist nicht zwangsläufig notwendig, wenn du nicht im Krankenhaus bist. Es langt aus, unter warmen Wasser mit ordentlich Seife eine Minute die Hände gründlich zu waschen, um eine Übertragung größtmöglichst zu reduzieren.

  1. Atemtechnik trainieren – bei besonders gefährdeten Personen ist eine besondere Sekretmobilisation durch die Atmung erlernbar. So sind Atemtechniken wie die Lippenbremse, sowie das Summer über konstante Ausatmung vorteilhaft. Hierbei werden Vibrationen erzeugt, die das Sekret in den Alveolen lockert. Einfachheitshalber kann es genügen die Person täglich mehrere Male tief durchzuatmen, um eine Minderbelüftung der mit Sekret bedeckten Lungenbläschen entgegen zu wirken.
  2. Trinken – Sekret sammelt sich besonders stark an, wenn ungenügend Flüssigkeit getrunken wird. Hierbei empfiehlt es sich stilles Wasser, wie auch Tee zu trinken, um den Rachen und die Schleimhäute zu befeuchten. Sekret (Husten-Schleim) haftet dadurch weniger an und kann besser abgehustet werden.

Wichtig! Bei Flüssigkeitsbeeinträchtigungen, z.B. bei Herzinsuffizienz etc. ist das vermehrte trinken eine Kontraindikation. Bei bestehenden Atemproblemen, schnellstmöglich den Arzt kontaktieren.

  1. Husten – Ob mit oder ohne Hustengerät. Das Abhusten ist die effektivste Möglichkeit Sekret aus den Atemwegen zu verbannen. Sei es durch Kompression einer Pflegekraft oder durch eigene Initiative. Was raus muss, muss raus.

Nutzen Sie dennoch ein Taschentuch und waschen ggf. desinfizieren sie sich im Anschluss die Hände, damit sie Andere nicht anstecken.

  1. Abhusten durch Einreibung fördern – Salben die Eukalyptus, Spitzwegerich, Minze und Thymian enthalten haben einen weitenden Effekt auf die Schleimhäute. Die Person empfindet dadurch ein erfrischendes Gefühl, die Schleimhäute werden besser durchblutet und befreien dadurch die Atemwege. Geeignete Erkältungssalbe (siehe unten) auf die Brust reiben und gut einreiben.
  2. Mundhygiene – häufig entstehen Atemwegserkrankungen auch durch mangelnde Mundhygiene. So kann über Nacht durch Essensreste, Soor oder Parotitis entstehen, die über die Mundhöhle zu den Atemwegen gelangen. Putze daher mindestens morgens und abends die Zähne, um Erkältungen zu vermeiden. Mundspülungen bei bereits erkälteten Personen ist zusätzlich hilfreich.

Bedenke: Im Schlaf atmet man unter anderem durch den Mund, ungefiltert werden dadurch mögliche Bakterien in die Atemwege weitergeleitet.

  1. Inhalation – Eine Schüssel mit heißem Wasser, welches ggf. mit Kamillenteebeutel versehen ist füllen. So kann sich über die Schüssel gebeugt werden und ein Handtuch um den Kopf gewickelt werden, sodass der Wasserdampf nur Richtung Gesicht und in die Atemwege gelangt. Bei häufiger Sekretansammung kann mit ihrem Arzt darüber gesprochen werden, ob sich ein Inhalator lohnt. Es ist die essentielle Maßnahme, um Sekretansammlungen in den Atemwegen zu lösen. So kann bei gefährdeten Personen täglich für 10 Minuten eine Inhalation mit Nacl (Kochsalz) durchgeführt werden. Inhalatoren für zuhause findest du weiter unten.

Denke zusätzlich daran dein Zimmer regelmäßig Stoßzulüften. Dadurch vermeidest das Einatmen der gestandenen Luft im Zimmer (die potentiell Bakterien enthält).

  1. Aspiration vermeiden – Eine weitere nicht zu verachtende Ursache für eine Pneumonie ist die Aspiration, also das Verschlucken. Achte darauf das du oder dein Angehöriger keine Nebentätigkeit beim Essen laufen lässt. Die Konzentration beim Essen ist hierbei wichtig um die Nahrungsaufnahme problemlos zu gestalten. Setze dein Angehöriger soll aufrecht sitzen und nicht liegen. Gegebenenfalls können Strohhalme, sowie eine angepasste Ernährung (z.B. durch das Andicken von Suppen) behilflich sein, um einer Aspiration entgegenzuwirken.
  2. Feucht-Warme Wickel – Eine Brustwickel mit Thymian oder Eukalyptusöl wirkt entspannend, weitet die Gefäße und löst Sekret aus den Atemwegen.

Die Schritt-für-Schritt Anleitung, wie du eine Wickel vorbereitest findest du hier – Anwendung der Wickel.

Schaue dir auch Wickelauflagen bei Erkältung? – Die Geheimnisse von Oma an. Die passenden Wickel und Auflagen findest du in den Beiträgen am Ende.

Zu guter Letzt, die einfachste aber mit am wichtigsten Maßnahme zur Pneumonieprophylaxe.

  1. Bewegung – Die Bewegung alleine sorgt dafür, dass sich das Sekret nicht in einem Bereich der Lunge verharrt. Das Ventilation-Perfusions-Verhältnis (die Belüftung und Durchblutung) der Lungenbläschen gleicht sich dadurch an. Das Sekret, das im Liegen über Nacht eher dorsal* (also in Richtung Rücken) behaftet ist, wird durch die Mobilisation ins Sitzen oder Stehen durch die Schwerkraft nach unten verschoben. Die Lungenbläschen, die also in der Nacht durch das Sekret bedeckt waren, können nun mit Sauerstoff versorgt werden. Mit ausreichend Bewegung, lässt sich dadurch jedes Areal belüften.

Mache Bewegungsübungen mit deinem Angehörigen. Hebe die Hände, atme dabei tief ein, oder drehe dich zur Seite und Atme tief ein und aus. Hierbei unterstützt du aktiv die Belüftung der sonst eher wenig genutzten Lungenareale.

Die Zusatz Nummer 11. Bäder – Wohltuende warme Bäder mit ätherischen Ölen wirken erholend und Befreiend für die Atemwege. Die Wärme erzeugt ohnehin das Erweitern der Gefäße, durch die Zugabe von ätherischen Ölen, fördert es zudem die Sekretmobilisation und dessen Abhusten.

Ich hoffe dir mit diesen Tipps weitergeholfen zu haben. Gerne kannst du in die Kommentare weitere Tipps ergänzen.

Damit wir gemeinsam besser pflegen und
weil die Gesundheit an erster Stelle steht.

 

Dein Gesundheitsberater und Krankenpfleger,

Fabio D’Adamo

 

 

 

*Du hattest schwierigkeiten gewisse Begriffe nachvollziehen zu können? Unter Pflegelexikon – Begriffe verstehen, kannst du alle *Begriffe nachlesen.


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