Ist die Panik vor dem Corona-Virus berechtigt?

Die Lebensmittel aus den Supermärkten sind geplündert, Desinfektionsmittel aus den Krankenhäusern werden entwendet und die Menschen trauen sich kaum noch sich in Menschenmassen aufzuhalten.

Der Corona-Virus ist in den Medien täglich präsent und beunruhigt die Massen.
Ist das alles angst einflößend oder nur Panikmache?

Die Gefährlichkeit des Corona-Virus

Wenn man die Infektionsverläufe anschaut, verlaufen rund 81% mild (gar keine bis nur wenig grippale Symptome). 5% werden als kritisch bzw. sehr gefährdet gesehen und betrifft vor allem folgende Risikogruppen: Über 60-jährige, chronisch Kranke (Herz, Lunge, Diabetes, …) und wohl eher Männer.
Die Letalität (Tote pro Erkrankte) wird (bei hoher Dunkelziffer!) bei 0,1 bis 0,3% vermutet. In einem ähnlichen Rahmen in diesem Zusammenhang bewegen wir uns bei der Grippe (Influenza), welche aber deutlich besser erforscht ist.
Allein schon diese Saison hatten wir mehr als 350 Grippetote in Deutschland, und die zweite Welle ist im Gange. Grippeviren werden den meisten Einschätzungen nach gefährlicher als Coronaviren angesehen (ein manchen Wintersaisons sind mehr als 20.000 Grippetote in Deutschland zu verzeichnen gewesen)! Die bekannten SARS- und MERS-Erkrankungen vor Jahren (auch durch Corona-Viren verursacht) lagen dagegen bei einer Letalität
von 10% bzw. 35%. Von Ebola, obwohl immer noch aktuell und gefährlich, spricht leider fast keiner mehr (Letalität um 50% und mehr). Anhand dieser Daten können Sie sich sicherlich nun selbst ein gutes Bild machen.

Gegen Grippe kann man sich impfen lassen, gegen Coronaviren ist ein Impfstoff in Entwicklung, aber dies wird noch dauern. Die Inkubationszeit (Zeit von Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit) beträgt den neuesten Erkenntnissen nach bei Coronavirusinfektionen maximal 14 Tage, einige Quellen nennen ca. 10 Tage.

Maßnahmen zur Prävention

Es wird geraten, sich an folgende Maßnahmen zu halten:
  • Achten Sie auf eine gute Handhygiene (regelmäßiges Händewaschen mit Seife, Händeschütteln vermeiden. Desinfektion zusätzlich bringt keinen entscheidenden Benefit!)
  • Halten Sie die Husten-Nies-Etikette ein
  • Halten Sie Abstand zu Erkrankten oder zu Hause bleiben; Menschenansammlungen vermeiden (auch öffentliche Verkehrsmittel)
Also durchaus auch logische „Anstandsregeln“, die es zu beachten gilt!

Weitere Maßnahmen?

Wenn Sie bereits erkrankt sind (Symptome: Fieber, Husten, Atemnot, ggf. Durchfall, u.a.), kann das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sinnvoll sein, um das Risiko einer Ansteckung anderer Personen durch Tröpfchen zu verringern, welche beim Husten oder Niesen entstehen.
Ob ein Mund-Nasen-Schutz einen gesunden Menschen vor einer Ansteckung schützt, sei laut Robert Koch-Institut jedoch nicht hinreichend erwiesen. Im Gegenteil könne das Tragen einer Maske ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen.
Haben Sie Sorge, sich beispielsweise durch Kontakt zu einem Infizierten bereits angesteckt zu haben, sollten Sie Kontakt zu Ihrem zuständigen Gesundheitsamt suchen. Diesbezüglich wurden mancherorts sogar Hotlines eingerichtet.
Nach einer individuellen Befragung werden dann nötige Maßnahmen ergriffen.

Was wäre noch zutun?

Aktuell wird der Gefährdungsgrad für Deutschland noch als gering eingeschätzt (Stand 26.02.2020 abends). Dies kann sich jederzeit natürlich ändern.
Pandemieplanung sollte jede Firma/Einrichtung ohnehin schon durchgeführt haben – unabhängig von Coronavirus. Und dies beinhaltet, neben o.g. Verhaltensregeln/Maßnahmen, auch die Planung der Aufrechterhaltung von „Notbetrieben“.
Worst-case-Szenarien durchzuplanen wäre jetzt, da man die Entwicklung noch nicht ganz abschätzen kann, eher noch zu früh – dies muß aber letztlich jede Firma/Einrichtung selbst entscheiden.
Laut führenden Infektiologen sind die nächsten 4-6 Wochen entscheidend – denn dann geht man davon aus, dass das Wetter wärmer wird, und Coronaviren sind eher wärme- und hitzelabil.
Momentan sollte also besonnen vorgegangen und Ruhe bewahrt werden.

Verlässliche Quellen

Die einzige zuverlässige Quelle für objektive und neutrale Informationen, auch für medizinische Laien, ist das Robert-Koch-Institut (www.rki.de). Hier findet man auch Antworten auf alle gängigen Fragen: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html
Die Medien berichten oft nicht objektiv und verbreiten Panik. Daher sollte man auf die o.g. Quellen zurückgreifen, um sich zu informieren.

Dieser Text wurde gemeinsam mit unserem Betriebsarzt verfasst, der viele Fragen von Pflegekräften erhielt.

Weitere Fragen können gerne gesammelt und gestellt werden, oder beim rein recherchiert werden.

Damit wir gemeinsam besser pflegen und weil Gesundheit an erster Stelle steht.

 

Dein Gesundheitsberater und Krankenpfleger,

Fabio D‘Adamo

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