Wie Sie ihre Angehörige motivieren mehr zu trinken?

Mehr trinken. Ein Problem, das viele Angehörige von ihren Eltern kennen. Doch was kann man selbst dagegen tun? Erst recht, wenn Erkrankungen wie Alzheimer oder Demenz hinzukommen.

Das Problem: Ein Flüssigkeitsdefizit kann zu einem Delir führen. Ein Delir wiederum führt zu Verwirrtheitszuständen, Unruhe und Schlaflosigkeit.

Hier sind 8 Tipps, wie Sie Ihrer Mutter dazu verhelfen können mehr zu trinken:

1. Wecker stellen. Das Einstellen eines Weckers oder einer Erinnerung in bestimmten Intervallen erinnert ihre Angehörige daran aktiv zu trinken. Es kann in einem 2 Stunden Takt eingestellt werden, sodass ihre Angehörige 250ml Wasser (ein Glas) zu sich zu nehmen, sobald die Erinnerung erklingt. Falls Ihre Angehörige technisch Interesse haben, gibt es hilfreiche Apps für das Smartphone.

2. 0,5 Liter Flaschen kaufen. Durch das verwenden kleinerer Flaschen hat Ihre Angehörige nicht das Gefühl eine große Menge Flüssigkeit bewältigen zu müssen. Durch handliche kleine Flaschen, werden psychologisch schneller die bereits geöffneten Flaschen ausgetrunken.

3. In Greifweite stellen. Durch das Aufstellen verschiedener handlicher Flaschen in Reichweite, ist der eventuell mühselige Gang zum Kühlschrank gespart. So kann beispielsweise am Nachttisch, im Wohnzimmertisch und am Küchentisch immer eine Flasche Wasser bereit stehen, sodass vor Augen ist diese auch zu verbrauchen.

Süßigkeiten auf dem Couchtisch werden auch eher verzehrt als verschlossene im Regal.

4. Trinkprotokoll ausfüllen (lassen). Je nach kognitiver Fähigkeit ihrer Angehörigen, lässt sich gegebenenfalls Interesse dafür entwickeln die Trinkmenge einzuhalten. So können Sie ihre Angehorige fragen wie ihr Trinkprotoll heute denn aussieht, wenn Sie sie besuchen gehen, sodass ihre Mutter mit stolz davon berichten kann. Dies führt zur Eigeninitiative und gibt ihr einen Grund an ihrer Gesundheit tatsächlich mitwirken zu können. Zugegeben ist nicht jeder dazu bereit, doch für die die das akzeptiert haben kamen positive Feedbacks entgegen.

5. Einlagen verwenden. Einer der Hauptgründe weswegen ihre Angehörige nicht genug trinken ist der häufige Toilettengang. Die Sorge Urin nicht rechtzeitig entleeren zu können führt zu der Problematik die Einfuhr zu reduzieren. Welches in Folge darauf zu Dehydrationssymptomatiken führt. Hierbei helfen Einlagen die mit einer Erklärung zusammen angegangen werden sollten. Die Wichtigkeit der Flüssigkeitszufuhr muss hierbei in den Vordergrund gestellt werden, sodass die mögliche Sorge um Urinverlust in Kauf genommen und mit der Einlage kompensiert wird. Das stößt zugegeben auf widerstand, doch ist man sich der Folgen von Flussigkeitsmangel bewusst oder hat diese bereits selbst erlebt, so willigt man sich dem doch an. Nach einer Gewöhnungsphase und positivem Zuspruch durch Ihnen, erhalten ihre Angehörige auch die nötige Zuversicht, die sie in ihren sozialen Strukturen benötigen.

6. Salzige Lebensmittel. Salzstangen, oder gesalzene Nüsse eignen sich ideal als Snack, um das Trinken anzukurbeln. Einigen älteren Menschen wird es schwer fallen zu trinken, wenn sie kein Durstgefühl empfinden. Besonders wenn dies ihre bisherige Lebenszeit zur keiner Gewohnheit  wurde. Durch das Essen salziger Snacks, wird das Wasser trinken zum muss. So können sie bei ihrem Besuch, bevor sie gehen eine kleine Schüssel mit Nüssen vorbereiten.

7. Gläser voll machen. Dieser Tipp gehört zum Grundrepertoire jeder Pflegerkraft. Ähnlich wie mit den kleinen Flaschen werden Gläser die aufgefüllt sind psychologisch leer getrunken. In dem Sie die Gläser auffüllen und ihre Angehörige dazu des Leertrinkens zu ermutigen, fördern Sie die Einfuhr ihrer Angehörigen.

8. Zu den Tabletten ein volles Glas Wasser zu sich nehmen. Ein MUSS bei der Einnahme von Medikamenten. Abgesehen von der Flüssigkeitszufuhr die entsteht, wenn ihre Angehörige täglich Medikamente einnehmen und ein Glas Wasser trinken, sorgt die Menge an Zufuhr zudem, dass die Medikamente besser im Körper metabolisiert werden und demnach Ihre Wirkung sinngemäß entfalten.

Bei einer Einnahme der Medikamente Morgens und Abends, entspreche die Flüssigkeitszufuhr bereits 500ml, 250ml je volles Glas.

Um weitere Argumente einzuholen, die Ihnen im Gespräch mit ihren Angehörigen behilflich sein könnten, können Sie gerne den Beitrag Delir ist nicht gleich Demenz lesen.
Lesen Sie in diesem Artikel den Unterschied zwischen Delir und Demenz und welche Folgen unter anderem auch bei Flüssigkeitsmangel auftreten.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesem Artikel helfen.
Damit wir gemeinsam besser pflegen.

Ihr Gesundheitsberater und Krankenpfleger,

Fabio D’Adamo

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