Humor in der Pflege

Wie Humor Überforderung überwindet und wie du gelassener auf der Arbeit wirst

Szenario aus dem Pflege-Alltag: Der morgendliche Durchgang, 4 Patienten am Klingeln, eine Patientin benötigt ihr Sauerstoffgerät, doch kein Gerät ist vorbereitet. Du, alleine mit einer Kollegin auf Station.

Hierbei humorvoll sein? Wie soll das gehen?

Die folgenden Tipps haben mir selbst geholfen, den Dienst entspannter anzugehen, trotz umständen. Zusammengefasst aus besuchten Seminaren, Büchern und Coachings erfährst du nun 5 Tipps, wie du gelassener durch den Dienst gehst.

  1. Wir müssen uns klarmachen, dass wir an der Situation nichts ändern können

Die Situation ist so, wie wir darauf reagieren.

Wir können die Situation nicht ändern, nur die Haltung zu ihr.
Wenn du deine Gedanken auf das Positive richtest und diese Gedanken gezielt trainierst beginnt das Leben dir mit positiven Emotionen zu antworten. Denn was bringt es dir, dich über die Umstände aufzuregen, in eine Abwärtsspirale von negativen Aussagen und Gefühlen zu verfallen und diese dann auch nach Feierabend mit nach Hause zu nehmen.
Es bringt dir nichts, außer dass du nun auch negative Gefühle außerhalb deiner Arbeit hast.

  1. Du hast die Macht über deine Gefühle

Wenn du einer Person, sei es deine Kollegin oder ein Patient, die Verantwortung übergibst, so gibst du ihm auch die Macht, deine Gefühle ins Negative zu ändern. Übernehme daher die Verantwortung für dein Denken und Handeln.

„Wer bist du, der sich das Recht nimmt meine Gefühle negativ zu beeinflussen?“

Entscheide dich dafür, selbst die Macht über deine Gefühle zu haben. Denn alles hängt davon ab, wie du darauf reagierst.

Wenn es draußen regnet, kannst du dir denken: „Mist, schon wieder so kalt und nass.“ Oder „Endlich werden die Blumen im Garten bewässert“.

Und bist du ehrlich erkennst du, dass die Person, die dich angreift, meist selbst mit Problemen oder Stress zu kämpfen hat. Denk dir: „Ich weiß, du bist gestresst und musst es raus lassen, auch wenn du eigentlich nicht mich persönlich damit meinst.“
Das überraschende ist, wenn du nun weiter mit positiver Einstellung und mit dem Satz „Ich verstehe dich“ an die Sache rangehst, nimmst du der Situation den Dampf aus den Segeln und wirst merken, dass alles eigentlich nicht so schlimm ist.

  1. Stärke deine positiven Gefühle

Deine positiven Gefühle zu stärken kann ganz einfach sein. Schreibe dir täglich morgens 3 Stichpunkte auf, wofür du heute Dankbar bist. Das Gehirn ist darauf konditioniert sich negatives zu merken, da er das in der Evolution benötigte, um sich davor zu schützen.

„Verbrannt. Das Feuer ist heiß, lieber nicht anfassen.“

Durch das Richten der Gedanken auf dankbare Gegebenheiten, nehmen wir dem Negativen die Kraft, führen mit Humor zu positive Emotionen, die wiederum das Lachen fördert und den Stress besser verarbeiten lässt.

  1. Habe aufladbare Ressourcen

Ist dir der Begriff Resilienz bekannt?

„Resilienz: Eine psychische Widerstandsfähigkeit, um Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen.“ -Wikipedia.

Dies bedeutet nichts weiter als dass du aus deinen Bedürfnissen, die dir wichtig sind Kraft schöpfst. Du wirst widerstandsfähiger, hast mehr Energie und Freude. Es sorgt zugleich dafür, dass Erkrankungen oder negative Erlebnisse nicht so nah an dich herantreten.

In meinem Modell Die Waage der Bedürfnisse habe ich dir aufgezeigt, wie negative und positive Erlebnisse deine Gefühlslage, wie auch deinen Stresspegel beeinflussen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nur, wenn du deine eigenen Bedürfnisse erfüllst und dein Leben mehr positive als negative Erlebnisse enthält, baut sich eine Resilienz auf, die dir ein positives Lebensgefühl gibt.

Doch das geht nicht bei Stress und Hektik?!

Das Problem mit dem Humor ist der, dass er uns im Stich lässt, wenn wir ihn brauchen.
Das liegt evolutionär bedingt an unserem Großhirn. Es reagiert bei einem Angriff (heute Stress) nicht mehr, Kreativität und Flexibilität sind blockiert und die niederen Instinkte übernehmen die überhand.

Beherzige daher folgenden Tipp:

  1. Unerwartete Zustimmung als Zeichen dafür, dass du durch Aussagen anderer nicht verletzt wirst

 Nicht selten kommt eine patzige Anmerkung eines Kollegen, dass kennen wir alle. Durch die Zustimmung die du ihm gibst (auch mit dem Wissen im Kopf, dass es nicht stimmt) signalisierst du ihm, dass seine Aussagen dich nicht verletzt.

Grundsatz: Wer dich außer Fassung bringt, hat dich unter Kontrolle. Lasse nicht zu, dass jemand es schafft dich zu kontrollieren. Wem du die Schuld gibst, dem gibst du die Macht.

Humor gibt uns die Freiheit zu agieren, statt schamrot zu werden und in die Defensive zu gehen. Wenn du nun denkst: „Das sagt sich so leicht. Ich kann das aber nicht.“, dann habe ich eine gute Nachricht für dich.
Diese Haltung ist erlernbar.

Sofort anwendbare Praxistipps – 4 Tipps um in Stresssituationen cool zu bleiben
  1. Nehme dir vor 72 Stunden die Haltung einzunehmen, dass niemand die Kontrolle hat dich zu provozieren.

Durch die bewusste Haltung entwickelst du nach und nach Antwortmöglichkeiten im Gehirn, die später leichter abrufbar sind.

  1. Denke dir: „Sie meint es nicht persönlich, sie ist nur selbst sehr gestresst.“

Erinnerst du dich was ich zuvor kurz über das Großhirn erklärt habe? Dein Kollege/-in ist sicher selbst gestresst und reagiert nun patzig auf die Umgebung mit dummen Sprüchen, ihre niederen Instinkte haben die Oberhand gewonnen. Doch du weißt nun, dass es nicht aggressiv gemeint ist und nimmst es daher nicht persönlich. Sobald die stressige Phase abgeklungen ist redest du normal mit deiner Kollegin, sie wird nichts gegen dich haben. Bei besonders gravierenden Sprüchen spreche sie bei Feierabend oder an einem anderen Tag ganz ruhig und entspannt darauf an. Du wirst merken, dass deine Kollegin manches nicht so gemeint hat. Wie gesagt, Schutzreaktion der niederen Instinkte.

  1. Merke dir deine Antworten.

Wer kennt das nicht, die schlagfertigste Antwort fällt einem immer zu spät ein. Doch statt die Antworten einfach zu vergessen, gehe die möglichen Antworten und Situationen im Kopf durch und merke sie dir, sodass du beim nächsten Mal darauf besser reagieren kannst, das hilft.

  1. Mache dir eine Liste mit negativen und positiven Erlebnissen und stelle sie zum Vergleich auf die Waage.

Welche Erlebnisse überwiegen?
Welche positiven Erlebnisse müsstest du verstärken, damit sich die Waage wieder im Einklang befindet?
Finde es heraus und fang an, dein Leben wieder positiv zu ordnen.

 

Das waren die Tipps zu einer gelasseneren Arbeitsmoral.

„Was du ausstrahlst kommt zu dir zurück.“

Humor heißt nicht ständig Witze zu machen und Sprüche zu klopfen. Die Dosis macht wie immer das Gift. Denk daran Lachen macht gesund.
Lachen schafft Vertrautheit, schüttet Endorphine aus, auch wenn nicht ernsthaft gelacht wird. Es senkt den Blutdruck und baut Stresshormone ab. Außerdem regt es die Verdauungsdrüsen an.

„Über sich selbst lachen zu können ist eine Fähigkeit, die eine vorlaute Anmache nicht zu einem Streit aufbauschen lässt.“

 

Weil Gesundheit an erster Stelle steht.

 

Dein Gesundheitsberater und Krankenpfleger,

 

Fabio D’Adamo

 


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