Fieber, Fieberphasen und 7 Maßnahmen die dagegen helfen

Fieber und Fieberschübe
Fieber ist in unserer Gesellschaft ein Zustand, den nahezu jeder Mensch erlebt hat. Trotz dessen Bekanntheit ist immer häufiger zu beobachten, dass der Mensch möglichst schnell wieder auf die Beine kommen möchte. Es wird sich nicht ausgeruht und nicht immer das getan was notwendig ist.

In diesem Beitrag will ich dir zeigen, was Fieber wirklich bedeuten, was es in unserem Körper auslöst und welche Maßnahmen in den Fieberphasen wichtig sind.

 Fieberentstehung und Bedeutung
Fieber ist eine Reaktion des Körpers auf (hauptsächlich) Infektionskrankheiten, aber auch auf Tumor- oder Autoimmunkrankheiten, große Verletzungen, Wunden und toxische Stoffe.
Das Regelzentrum der Thermoregulation (der Hypothalamus, ein Teil des Gehirns) regt die Körpertemperatur an, um die Immunabwehr anzukurbeln, denn die Zellen des Immunsystems arbeiten bei höheren Temperaturen schneller. Ebenfalls schwächt die erhöhte Temperatur das Wachstum von Krankheitserregern ab. Fieber ist also nicht nur ein Warnsignal, sondern auch ein Schutzmechanismus, weswegen erst eingeschritten werden soll, wenn es den Körper belastet. Je höher die Temperatur ist, desto mehr Sauerstoff und Energie wird verbraucht. Die ersten Symptome der Schwäche treten abhängig vom Charakter zwischen 38°C und 38,2°C (beim Erwachsenen) auf.

„Eine zu hohe Temperatur kann ein Warnsignal für Komplikationen sein (siehe Tabelle)“

Temperatur

36,7° – 37° (+ – individuelle Schwankung) Normale Körpertemperatur
37,5°C – 38°C Leicht erhöhte (subfibrile) Temperatur
38,1°C – 38,5°C Erhöhte (fibrile) Temperatur
38,6°C – 39°C Mäßiges Fieber
39,1°C – 39,9°C Hohes Fieber
> 40 °C Sehr hohes Fieber

Ab 42,6°C beginnt die Eiweißgerinnung in unserem Körper, die sogenannte Denaturierung. Ab hier beginnt ein lebensbedrohlicher Zustand, der zum Tod führen kann.

Fieberschübe/ Fieberverlaufstypen

typische Fieberverlaufstypen

  1. Phase) Fieberanstieg: Anstieg der Körperkerntemperatur von ca. 37°C auf 38°C aufwärts.
  2. Phase) Fieberhöhe: Temperaturmaximum von ca. 38,5°C.
  3. Phase) Fieberabfall: Temperatur sinkt vom Temperaturmaximum auf die normale Körpertemperatur.

Untypische Fieberverlaufstypen

Bei besonderen Erkrankungen lassen sich innerhalb einer Woche Muster erkennen, die auf bestimmte Ursachen hindeuten können.

  1. Scharlach, Viruspneumonie, Typhus abnominalis (systemische Infektionskrankheit)
    kontinuierliches Fieber: Körpertemperatur liegt innerhalb der Woche zwischen
    38,5°C – 40°C. Am Tag schwankt die Körpertemperatur um die 1°C.
  2. Sepsis (Blutvergiftung), Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung), Tuberculose
    remittierendes Fieber: Die Temperatur ist morgens immer niedrig, liegt jedoch immer über den Normalwert (37°C). Im Laufe des Abends steigt die Temperatur um die 1,5°C an.
  3. Sepsis, Pyelitis, systemische chronische Arthritis (Gelenkentzündung)
    intermittierendes Fieber: Im Laufe des Tages kann es zu hohen Temperaturen bis zu 39°C kommen, die sich mit fieberfreien Intervallen abwechseln. Die stundenlangen Fieberanfälle lösen oft einen Schüttelfrost aus.
  1. Malaria, Borreliose
    rekurrierendes Fieber: Wechsel zwischen mehrtägigen Fieberschüben, die alle 2-5 Tage auftreten und fieberfreien Tagen dazwischen.
  1. Morbus Hodgkin, Tumore, Bruzellose (gramnegative Erreger/ Mittelmeerfieber)
    undulierendes Fieber: Langsamer Temperaturanstieg über 3-6 Tagen mit folgendem hohem Fieber und dann mehrere Tage/ Wochen fieberfrei, anschließend wiederholt sich der Vorgang erneut.
  1. Meningokokkensepsis, Poliomyelitis, Masern
    biphasisches Fieber: Temperatur steigt zu Beginn der Woche auf 39-40°C an, sinkt nach einigen Tagen wieder ab und steigt am Ende der Woche erneut auf. Temperaturerhöhung in 2 Phasen.
 Diese 7 Maßnahmen solltest du bei typischem Fieber tun!
  1. Ruhe.
    Dein Körper hat mit einer Infektion zu kämpfen und benötigt daher die Energie, um die Temperatur zu steigern. Dein Immunsystem läuft auf Hochtouren und du solltest dich am Besten im Bett ausruhen.
  2. warm anziehen.
    Fängst du erst an Fieber zu entwickeln, spricht man in der Fachsprache vom Fieberanstieg. Dir ist kalt, du fängst an zu zittern und zu frieren. Hierbei solltest du dich am besten ins Bett kuscheln und dich warm anziehen, denn dein Körper mindert die Hautdurchblutung, wodurch weniger Wärme nach außen abgegeben wird. Der gefühlte Schüttelfrost entsteht dadurch, dass dein Körper im Fieberanstieg die Muskeltätigkeit erhöht, um schnell Wärme zu produzieren. Um den Körper zu unterstützen können auch Wärmflaschen mit Bezug (wegen Verbrennungsgefahr), angewärmte Kirchkernkissen oder auch Heizdecken genutzt werden. Du kannst auch die Heizung aufdrehen, um ein wohlig-warmes Gefühl im Zimmer zu erzeugen. Steigt die Temperatur, so sollte nicht gegen die Physiologie angegangen werden. Also sollten in dieser Phase keine kühlenden Maßnahmen erfolgen.
  3. Fieber messen
    Deine Körpertemperatur zu messen und zu beobachten ist wichtig, da es den Verlauf von Temperaturanstieg und Temperaturabstieg nachvollziehen lässt. Ungewöhnliche Schwankungen können so dem Arzt direkt mitgeteilt werden.
  4. warmes Trinken
    Trinken versorgt den Organismus mit Flüssigkeit, den der Körper durch Schwitzen und erhöhte Stoffwechselprozesse verliert. Kräutertee´s, heiße Zitrone mit Ingwer, Hühner- oder Gemüsebrühen sorgen bei einem Fieberanstieg zusätzlich für eine Erwärmung des Inneren. Die nötigen pflanzlichen Stoffe und auch die Salze aus der Suppe füllen den Elektrolytspeicher wieder auf.
  5. zum Arzt
    Bekommst du die ersten Symptome von Schwäche ist nicht nur berufstechnisch der Weg zum Arzt die erste Maßnahme. Abgesehen von der Krankmeldung schaut sich der Arzt deinen Zustand genauer an, befragt dich, ob und wo du Schmerzen hast und woher sie kommen könnten. Gegebenenfalls verschreibt er dir Medikamente, die du nach Anordnung einnehmen sollst.
  6. Wasser, Wasser, Wasser
    Fühlst du dich warm und bist gerötet, hast du Fieberspitze von um die 38°C erreicht. Hierbei muss ebenfalls wichtig viel Wasser zu trinken, da der Körper durch den erhöhten Energiebedarf viel Flüssigkeit verliert. Auch Säfte können helfen, die mit ihrem Fruchtzucker als schnelle Energielieferanten dienen, Hauptsache Flüssigkeit gelangt in den Körper. Ein Mangel an Flüssigkeit sinkt den Blutdruck, welches zu Kreislaufproblemen führen kann. Du fühlst dich abgeschlagen, schwach, womöglich auch appetitlos und übel. Die verschriebenen Medikamente des Arztes können hierbei eingenommen werden. Hilfreich ist sich nur leicht zuzudecken, um einen Hitzestau in dieser Phase zu vermeiden. Messe und beobachte weiter die Temperatur 2-3x täglich.

„Quick-Tipp: 2 Zitronen und eine Orange in einem Glas auspressen.
Eine reine Vitamin C Bombe für dein Immunsystem.“

  1. Wohlfühlen
    Ist der Fieber nun wieder am abklingen, solltest du dich bewusst wohlfühlen. Wasche dich mit warmen Wasser ab und wechsle deine Klamotten und deine Bettwäsche, die vollgeschwitzt ist. Achte darauf nicht gleich kalte Getränke, oder eine kalte Dusche zu nehmen, da es vor allem dem Kreislauf schadet und zu einem Schock (Krisis) führen kann. Dein Körper braucht die Zeit, um sich an die gewohnte Körpertemperatur zu aklimatisieren und dafür benötigt er nun mal mehrere Tage. Fällt das Fieber hingegen gezwungenermaßen innerhalb eines Tages oder ein paar Stunden, so kann es zur Krisis kommen. Um dich selbst zu beruhigen solltest du engmaschig (3-4x/Tag) deine Temperatur messen.

Zusatz: Wadenwickel
Beginnt dein Körper viel zu Schwitzen und Wärme zu produzieren die dich belastet, kann im Fieberabfall die Wadenwickel helfen. Wichtig ist die Wadenwickel nicht zu kalt anzufeuchten.
Wenn du wissen willst wie du genau die Wadenwickel vorbereitest und anwendest findest du einen ganzen Beitrag „Wickelauflagen bei Erkältung? Die Geheimnisse von Oma“.

Nun weißt du, welche Maßnahmen dir helfen dich bei Fieber schneller zu regenerieren.

Falls du Fieber hast und es sich deinem Fall um eine Erkältung handelt kannst du unter „Welche Pflegeprodukte sind bei Erkältungen hilfreich“ nachlesen, welche Hilfsmittel gegen eine aktive Erkältung wirken.

Weil Gesundheit an erster Stelle steht.

Dein Gesundheitsberater und Krankenpfleger,

Fabio D’Adamo

 


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