Wie Emotionen unser Herz beeinflussen

Ist dir schonmal aufgefallen, dass dein Herz bei Aufregung schneller schlägt, oder du plötzlich Beschwerden am Herzen hast, weil du dir Sorgen machst oder traurig bist?

Dann hast du bereits erfahren, dass Emotionen Auswirkungen auf unser Herz haben.
Die Ursache dafür liegt jedoch nicht im Herzen selbst, sondern in unserem Gehirn.

Herz und Gehirn
Es ist seit längerem bekannt, dass das Herz und das Gehirn miteinander kommunizieren. Wissenschaftlich wurde nachgewiesen, dass Herzerkrankungen zu Störungen des Gehirns und der Psyche führen. Sie verursachen Schlaganfällen, Depressionen und Demenz.
Umgekehrt werden emotionale Katastrophen, Stress und Schlaflosigkeit sogar als „Gift für das Herz“ bezeichnet. Somit führt unter anderem Angst häufig zu Herzrhythmusstörungen.

Negative Emotionen wie Stress, oder Angst führen zu Herzrhythmusstörungen.
Andersherum führen Herzerkrankungen (z.B. verschlossene Arterien, Herzrhythmusstörungen, etc.) zu Störungen des Gehirns.

Das Herz nimmt Einfluss auf das Gehirn und umgekehrt.

Herzbeschwerden bei Trauer
Bei einem plötzlichen Todesfall, oder bei anhaltender Trauer und Stress, kommt es zur charakteristischen Veränderungen im Mandelkern (Amygdala). Die Amygdala reagiert dann ungewöhnlich stark auf äußere Reize.

Die Amygdala gehört zum lymbischen System, ist von der Entwicklung her ein sehr alter Teil des Gehirns und ist wichtig für die Entstehung von Emotionen. Die Amygdala verknüpft Ereignisse mit Emotionen und speichert diese.

Personen geraten schneller in Stress, können diese Reize nicht mehr bewältigen, da ihnen emotionale Bewältigungsstrategien fehlen. Bei ihnen weist die Amygdala eine Rückbildung auf. Personen haben dann Schwierigkeiten Emotionen im Gehirn zu verarbeiten.

Trauer bei Todesfall – Das Broken-Heart-Syndrom
Selten diagnostiziert, aber häufig beobachtet ist das sogenannte Broken-Heart-Syndrom.
Das Szenario ist bekannt. Ein hochbetagter Mann verliert seine Frau. Obwohl kardiovaskuläre Gefäße frei sind, stirb die Person innerhalb der folgenden 6 Monaten unerwartet an Herzbeschwerden, die durch Kummer herbeigeführt wurden.
Wie lässt sich das erklären?

Diagnostisch lässt sich jedoch ermitteln, dass das Herz nicht mehr richtig pumpt und nach innen gestülpt ist. Vielen Medizinern ist dieses Syndrom nicht geläufig.
Die Betroffenen haben zudem kurz vor der Herzattacke eine starke emotionale Belastung, psychischen Stress, Probleme im Job, oder mit dem Partner/ der Familie gehabt.
Bei vielen normalisiert sich dieser Zustand wieder. Bei manchen jedoch führt dies zum Tod. Untersuchungen im Universitäts-Krankenhaus Zürich haben gezeigt, dass in der Akutphase die Prognose genau so gut oder schlecht ist, wie bei einem Herzinfarkt.

Im Folgenden möchte ich dir Tipps mitgeben, wie du emotionale Bewältigungsstrategien bei Stress und Kummer anwenden kannst und wie du einem Angehörigen im Umgang mit Tod und Trauer unterstützen kannst.

Welche emotionale Bewältigungsstrategien dir bei Stress und Kummer helfen können

Schon damals praktizierte und lehrte Buddha 3 Möglichkeiten, Probleme emotional zu bewältigen.

1. Akzeptieren.
Trauer ist Bestandteil des Lebens. Hervorgerufen durch Enttäuschung, Neid, unerfüllte Gier, Hass und Ablehnung. All das ist selbsterzeugtes Leid.
Wer Leiden verspürt, ist auch in der Selbstverantwortung sein Leiden zu mindern, denn meist steht man an einem Scheideweg. Man ist sich Bewusst, dass der Verlust von Jemanden, oder der Verlust von Etwas negativ auf sein eigenes Leben einwirkt. Man selbst trauert, weil die Person einem selbst wichtig war, weil die Person Einfluss in seinem Leben genommen hat. Die Erkenntnis, dass die Person nun für sich selbst an einem anderen Ort ist und nicht mehr für dich auf der Welt ist ein möglicher Hinweis auf eine Verbesserungsmöglichkeit in deinem Leben.

2. Verändern.
Mache dir bewusst, was dich stresst, oder was dir Kummer bereitet und schaue nach Lösungen. Ist es der Job, der stressig ist? Meist hat es nicht mit der Berufstätigkeit zutun, sondern schlicht mit dem Arbeitgeber. Schaue dich um und wage etwas neues. Du hast die Möglichkeit dich beruflich anderweitig umzusehen. Ist es dein Partner? Dann spreche es an. Veränderungen erfolgen erst, wenn dein Umfeld und du selbst es klar wissen.
Verändern sich dadurch die Verhältnisse? Durchaus. Nur wer weiss, was dich stört, kann sein Verhalten dir gegenüber ändern und wenn nicht, dann …

3. Vergesse es.
Loslassen ist die letzte, aber auch schwerste Fähigkeit, die man erlernen kann, um Leid zu verhindern. Lerne dass dich nichts besitzt. Werde dir bewusst, dass du es wert bist, glücklich zu sein und, das ist das wichtige, selbst dafür verantwortlich bist. Du selbst kannst entscheiden, wen du in dein Leben eintreten lässt, wer Bestandteil davon sein soll und wer nicht. Lasse los, die Menschen die gegangen sind, die Menschen die dir nicht gut tun und dir im Weg stehen.

Quicktipp: Setze dich morgens 10 Minuten hin, wenn du willst auch mit geschlossenen Augen. Mache dir bewusst, was du willst, was dazu nötig ist und was du dafür tun solltest. Diese Verinnerlichung macht dir klar, dass gewisse Erwartungen leid hervorrufen, weil vielleicht die ein oder andere Person nicht dabei sein wird. Sie gibt dir aber die Möglichkeit, dein Leben nach deinen Vorstellungen zu leben!

Am Ende kannst du dieses Manta aufsagen, um dich innerlich auf Glück vorzubereiten.

Regulierung durch Meditation – Mantra
Führe dieses Mantra bewusst und in Ruhe aus…

Sage dir:
„Ich bin bereit loszulassen, mit einigen Veränderungen und Konsequenzen. Auch wenn ich nicht weiss wie, werde ich Glück und Freude in mein Leben anziehen.“
Denke darüber nach wofür du Dankbar bist, vielleicht das Wunder das dich tagtäglich begleitet.
Halte einen Moment inne und denke an dein Wunder.
Sage dir nun innerlich:
„Danke Schmerz, weil ich weiss das du mir etwas zeigen möchtest. Du bist hier um mir zu zeigen, in welche Richtung ich gehen soll und was ich zu geben habe.”
Denke an den schmerzvollste Punkt, atme tief ein und aus und sage dir:
„Danke Schmerz.”
Stell dir jetzt die Frage:
„Was für ein Mensch bist du heute geworden, weil du durch diesen Schmerz gehen musstest?” Vielleicht bist du heute liebevoller, emotionaler, freier als früher, unabhängiger, lebendiger, stärker, kraftvoller, mutiger.“

Was hat sich geformt, weil du durch diesen Schmerz gehen gehen musstest?
Denke darüber in Ruhe nach…
Wenn du innerlich dazu bereit bist, wirst du auch äußerlich Freude aufnehmen und selbst verbreiten, da du nun innerlich weisst, wie du dir dein Leben mit Freude und Glück vorstellst.

„Meditation kann Herzrhythmusstörungen nachweislich reduzieren.“

Tipps und Tricks im Umgang mit Tod und Trauer

Kennst du jemanden, der eine Person verloren hat? Du weißt nicht wie du mit ihr darüber reden sollst? Dann kann es dir weiterhelfen, zu verstehen, in welcher emotionale Entwicklung dein Angehöroger ist. So agieren Gesundheits- und Krankenpfleger/innen nach den Phasen der Trauer von Kübler Ross. Sie helfen dir, die Person emotional in der Phase abzuholen, in der sie sich befinden.

Trauer verstehen
Phase 1) Das Nicht-Wahrhaben-Wollen
Die Person muss die Wahrheit leugnen, um weiterleben zu können. Sie kann die Wahrheit noch nicht ertragen.

Phase 2) Zorn
Die Person reagiert mit Wut und Neid gegenüber den Lebenden. Sie können laut werden oder Angst vor dem Tod haben

Phase 3) Verhandeln
Die Person will alles tun, um den Schmerz zu vermeiden. Will handeln und die Lebensspanne verlängern. Meist in Kombination mit Angst.

Phase 4) Depression
Person trauert um den Verlust einer naheliegenden Person, oder um bereits verlorenen Lebensqualität. Person zieht Bilanz über sein leben.

Phase 5) Zustimmung
Akzeptieren das los. Hierbei übernehmen oft Angehörige neue Aufgaben und organisieren ihr Leben.

Ist die Person nun bereit, dass erlebte zu verarbeiten, hilft die Trauerbegleitung nach Worden, indem Trauernde die Möglichkeiten haben, aktiv und gesund mit ihrer Trauer weiterleben zu können.

Demnach soll die Person:

  • den Verlust als Realität akzeptieren
  • den Trauerschmerz erfahren und durchleben
  • sich an die neue Umwelt anpassen, in der das Verlorene fehlt.
  • dem Verlorenen emotional einen neuen Platz geben.
  • lernen, die Erinnerungen zu integrieren und aktiv weiterzuleben.

Wichtig ist, dass der Trauernde in Bewegung bleibt, also nicht in seiner Trauer erstarrt!

Was du als Begleiter tun kannst

1. Helfe der Person zu verstehen, dass Schmerz zu empfinden etwas gutes ist. Du baust die Person auf und machst ihr klar, dass sie nicht abgestumpft ist und Emotionen hat. Trauer ist also nicht gleich schlecht und gehört zum Leben dazu.

2. Düstere Vorstellung vor der Zukunft ist ein weiterer Grund für den Schmerz. Die Betroffene kann sich kein Leben mehr ohne den Partner vorstellen. Unter anderem auch durch die Gewohnheit. Veränderungen führen zu Angst, da es die Gewohnheiten durchbricht. Unterstütze den Gedanken, dankbar für die gemeinsame Zeit zu sein, statt den Gedanken Raum zu geben, der einem sagt, man hätte den einzig wahren Partner verloren.

3. Das Loslassen bedeutet Stärke, Mut und Vertrauen. Die Person braucht nun mehr denn je deine Unterstützung, oder die der engen Freunde. Das ganze Leben besteht aus loslassen. Mache der trauernden Person klar, dass es noch vieles zu Entdecken gibt und dass sie nun mit beiden Händen danach greifen kann.

4. Loslassen ist ein Prozess. Die Betroffene wird ihre Zeit brauchen, Dem Verlorenen emotional einen neuen Platz zu geben. Es ist nicht mehr der Ehemann und sie selbst ist nicht mehr die Ehefrau. Die Betroffene wird ihre Zeit brauchen, zu lernen, dass die Erinnerung der Person vergangen ist, diese Erinnerung als Teil ihres Lebens ansieht und in ihr Leben integriert.

Folgende Fragen dazu können helfen, den Prozess des Loslassen zu erleichtern. Nur wenn die Person es möchte, kannst du als Angehörige, ihr bei diesen Fragen bei Seite stehen:
• Was gewinnst du wenn du loslässt? (Zeit für Familie? Hobbys?…)
Unterstütze Sie so viele positive Punkte zu finden wie möglich.
• Was verlierst du, wenn du nicht loslässt? (Anhaltende Trauer? Verminderte Qualität? Verbreitende Trauer gegenüber anderen? Gesundheitliche Einbußen z.B. Borken-Heart-Syndrom?)
Lass ihr die Zeit all das zu finden, was sie glaubt.

Schreibe beide Antworten auf ein Blatt und vergleiche sie miteinander. Damit visualisiert die Person ihre Sorgen und Ängste und setzt sich bewusst damit auseinander.

  • Was befürchte ich?
  • Wie wahrscheinlich ist es, dass es überhaupt eintritt?
  • Was wäre daran so schlimm?
  • Was kann ich dann dagegen tun, wenn die Angst da ist?
    (Jemanden anrufen, spazieren gehen, …)
  • Wie realistisch sind diese Angstpunkte und was davon ist übertrieben?

Helfe der Person nach Lösungen zu suchen.

5. Helfe der Betroffenen aktiv weiter zu leben. Wichtig ist, dass die Trauernde in Bewegung bleibt und nicht in seiner Trauer erstarrt.

6. Die Umsetzung.
Mache einen Schlussstrich.

„Wenn sich die eine Tür schließt, öffnet sich immer eine andere.“

Sei dankbar für die Zeit, für die Erfahrungen und Erlebnisse die waren.
Loslassen hat nichts mit aufgeben zutun, sondern mit der Freiheit neue Wege zu gehen.
Denke darüber nach, was du nun willst.

In der Pflege ist die Kommunikation ein Hauptmerkmal für einen respektvollen Umgang mit Empathie und Akzeptanz. Ich hoffe dir hiermit den Umgang mit Trauer näher gebracht zu haben.

Dein Gesundheitsberater und Krankenpfleger

Fabio D’Adamo

 

 


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