Digitalisierung in der Pflege

Digitalisierung –  Das Leitmotiv der Altenpflegemesse in Nürnberg. Doch wie genau soll Technik bei der Pflege helfen und soll Technik in Zukunft die Pflege ersetzen?

Viele haben Angst vor der Ausbreitung technischer Hilfsmittel.

Doch in diesem Beitrag soll dir klar werden, wie Technik genau der Pflege dienlich sein soll. Genau, die Digitalisierung, soll der Pflege helfen und nicht etwas wegnehmen, doch dazu gleich genauer.

Negative Fakten in der Pflege

  • In der Pflege findet sich zum einen viel zu wenig Personal, für zu viele Kunden
  • Zum Anderen herrscht zu wenig Zeit für jeden einzelnen davon.
  • Viel zu Viele Pflegekräfte werden aus ihren freien Tagen wieder zur Arbeit geholt
  • Viel zu lange verbringt eine einzelne Kraft damit unzählige Assessments zu protokollieren, um die Qualität zu sichern.

Doch wie soll die Qualität gesichert werden, wenn die Zeit fehlt diese zu erbringen?

Genau hierbei soll die Technik behilflich sein.

Technik für mehr Zeit

Die Digitalisierung und damit verbundene Technik, die in der Pflege eingesetzt werden soll, soll der Pflegekraft wieder die Zeit verschaffen, die durch die Dokumentation verloren geht.
Jede Minute die an der Dokumentation eingespart wird, kann in die Kommunikation mit dem Kunden investiert werden.

Stell dir vor bei deinen Kunden (Patienten) kein Trinkprotokoll mehr führen zu müssen, weil ein Becher dir diese Aufgabe abnimmt. Es misst, wie viel eingeschenkt und ausgetrunken wurde. Ein Becher, welches erkennt, wenn es umgekippt und diese verlorene Flüssigkeit nicht in die Bilanzierung einkalkuliert.
Hört sich nach Zukunft an, doch ist schon in Arbeit… und hinzu kommt: Es erinnert die betroffene Person regelmäßig und erstellt eigenständig eine Tabelle.
Eine Aufgabe die bislang der Pflege viel Zeit gekostet hat, in Zukunft jedoch jede menge Zeit einsparen lässt.

Mit der Technik hinterher kommen

Die Pflege soll die Mitarbeiter nicht überfordern, daher ist es umso wichtiger Schulungen und Auffrischungskurs den einzelne Pflegekräften anzubieten. Wie soll jemand sonst mit der ständig fortschreitenden Technik hinterherkommen?

Dieses Problem haben Softwarefirmen wie Medifox, Vivendi und co. erkannt und bieten den Krankenhäusern, ambulante Pflegedienste und andere Firmen im Gesundheitswesen Schulungen zu den jeweiligen Funktionen an.

Technik für mehr Organisation und Planung

Heutzutage bieten eben diese Firmen in ihrer Software für Mitarbeiter an, Dienstwünsche, Urlaubswünsche etc. bequem und über die App einzutragen. Dies soll in Zukunft der bisherigen Zettelwirtschaft entgegenwirken. Die Abteilungs- und Stationsleitungen, sowie die Kollegen unter sich sehen sofort an welchen Zeiten ihre Kollegen Urlaub eingetragen haben. Das Alles läuft quasi in “Echtzeit”, wodurch untereinander kommuniziert werden kann, wenn Urlaubszeiten genehmigt wurden (z.B. durch eine besondere Markierung im gemeinsamen Kalender).

Auch Dienstpläne können so schnell (vor allem im ambulanten Bereich) aktualisiert und von jedem Mitarbeiter abgerufen werden.

Die Kommunikation untereinander wird transparenter, Informationen über spontane Verschlechterungen eines Kunden, oder organisatorische Abwandlungen können per Direktnachricht eingegeben werden.

Die Pflegedokumentation muss nicht mehr am Ende des Dienstes erfolgen, sondern kann nach Verlassen des Kunden auf dem Weg ins Auto, bzw. im Auto (bevor man zum nächsten Einsatz fährt) eingetragen werden. Hierbei sind die Erinnerungen noch frisch und Besonderheiten werden nicht vergessen.

Besonders von Nutzen: Wenn ein Kunde angibt, am nächsten Tag, oder im laufe der Woche an einem Tag die Versorgung zeitlich zu verschieben, kann es ebenfalls auf anhieb per Smartphone (App) eingetragen werden. Die Leitung in der Zentrale sieht jede eingegebene Nachricht und kann diese Information in den darauffolgenden Tourenplan ändern.

Aus analog mach digital

Die Technik schreitet voran und die Pflege hängt hinterher, meist vollkommen Bewusst. Die Pflegebranche ist in einer “Warten wir mal ab”-Haltung gefangen und verpasst die Möglichkeiten, die sich durch den Fortschritt bieten.

Datenschutzrechtlich, private Informationen, sowie Patiententaden sind sensibel und werden von den Firmen nach den neusten Ansprüchen der digitalen Sicherheit geschützt.

Was also tun?

Wenn wir uns die nahe Zukunft betrachten, kann sich die Pflege nicht erlauben auf die Technik zu verzichten. Die Konkurrenz wird wachsen, früher oder Später werden die ersten Pflegedienste eben diese Technik nutzen und zwar zum Vorteil. Die Einsparungen an Zeit an dem Beispiel der Dokumentation (Pflegebericht, Foto-Doku, etc.) fallen wirtschaftlich dem Unternehmen zu Gute. Darüberhinaus kann eben diese Zeit an dem Kunden/ Patienten effektiv genutzt werden.

Und nun darfst du raten:

Wenn ein Kunde wählen müsste zwischen

  • einem ambulanten Pflegedienst, der schnell die Aufgabe verrichtet und im Büro die Dokumentation ausfüllt

und

  • einem Pflegedienst, der eben diese Zeitersparnis nutzt, um mit dem Kunden über Familie und Freizeit zu sprechen,

was denkst du, für welchen Pflegedienst entscheidet sich der Kunde?

Dein Gesundheitsberater und Krankenpfleger,

Fabio D’Adamo

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