Wissenswertes über Demenz

Die 4 Kernmerkmale und das, was du dagegen tun kannst

Demenz ist umgangssprachlich unter Alzheimer bekannt. Darunter wird die allgemeine Vergesslichkeit im hohen Alter verstanden. Doch bei Personen mit Demenz ist neben den Einschränkungen der kognitiven Fähigkeiten oft eine Veränderung des Verhaltens und der Persönlichkeit zu beobachten.

Die 4 Kernmerkmale, die Altersvergesslichkeit und (Alzheimer-)Demenz unterscheiden:

Anzeichen für Altersvergesslichkeit

  1. Vorübergehende Vergesslichkeit
  2. Bei intensivem Nachdenken fällt dem Betroffenen das Vergessene meist wieder ein.
  3. Soziale Kontakte bleiben erhalten
  4. Das Verlegen von Gegenständen und die Vergesslichkeit treten nur gelegentlich auf.

Anzeichen für (Alzheimer-)Demenz:

  1. Andauernde Vergesslichkeit
  2. Der Betroffene kann sich an das Vergessene trotz intensiven Nachdenkens nicht mehr erinnern.
  3. Der Betroffene zieht sich aus seinem sozialen Umfeld oftmals zurück.
  4. Das Verlegen von Gegenständen und die Vergesslichkeit treten regelmäßig auf.

Schlussfolgernd lässt sich grob sagen, dass Demenz in der Regel dann besteht, wenn der Betroffenen anhaltende Erinnerungslücken aufweist, die das Kurz- und Langzeitgedächtnis betreffen und die sozialen Strukturen, aufgrund von der eigenst induzierten Isolation besteht.

Demenz in Zahlen

  • 70-74 Jahren erleiden 3,5% Demenz. Das entsprechen 155.000 Menschen in Deutschland.
  • 80-84 Jahren erleiden 15,6% Demenz.
  • Über 90 Jahre haben 41% Demenz.

Quelle: Deutsche-Alzheimer.de

Fest steht: Demenz entwickelt sich vor allem im zunehmenden Alter.

Was sind die tatsächlichen Anzeichen von Demenz?

Im frühen Stadium

  •  Lücken im Erinnerungsvermögen
  • kann sich an zurückliegende Ereignisse nicht mehr erinnern
  • alltägliche Situationen, wie z.B. Ausfüllen von Formularen, fallen schwerer

Im mittleren Krankheitsstadium

  • Probleme bei alltäglichen Aufgaben
  • auf fremde Hilfe angewiesen, z.B. beim Einkaufen, Kochen, Körperpflege
  • bei vielen ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus
  • ausgeweitete Gedächtnisstörungen, kann sich nicht mehr erinnern und veriert das Gefühl von Raum und Zeit
  • Schwierigkeiten sich verbal auszudrücken
  • Betroffene ziehen sich immer mehr zurück

Für Angehörige gilt: Machen sie keine Schuldzuweisungen. Der Betroffene macht es nicht mit Absicht und hat keinen Leidensdruck. Auch wenn es schwierig ist, lernen sie mit der veränderten Situation umzugehen und sich mit der Krankheit und die neuen Umstände einzulassen.

Fortgeschrittenes Krankheitsstadium

  • Betroffene baut körperlich und geistig ab z.B. durch Inkontinenz
  • Benötigt pflegerische Betreuung quasi Rund um die Uhr

Ursachen für Demenz

  • Mangel an Botenstoffen Acetylcholin = löst Störungen der Gedächtnisleistung aus.

*Acetylcholin wird bei Bewegung aktiviert.

  • Das Fehlen von Noradrenalin und Serotonin verändert das Verhalten eines Menschen = Angstzustände, Depressionen.

*Sonnenlicht fördert die Bildung von Serotonin.

  • Bei der Rückbildung von Nervenzellen kommt es zur krankhaften Bildung von Proteinen (Eiweiße) und zu Ablagerungen im Gehirn = Sogenannte Amyloide-Plaques. Sie bilden Neurofibrillien und schädigen angrenzende Nervenzellen (oder sorgen dafür, dass diese unreichend versorgt werden).

*Abfallstoffe werden ausgeschwemmt. „Im Schlaf und bei Anästhesie weiten sich die flüssigkeitsgefüllten Zellzwischenräume“, erklären Helene Benveniste von der Stony Brook University und ihre Kollegen. „Dadurch kann der Abfall schneller weggespült werden.“

  • eine weitere Ursache die darauf zurückzuführen ist: gestörtes Tag-/Nachtrhythmus.
Diese Fragen kannst du stellen, um herauszufinden, wie sich die geistige Leistungsfähigkeit des Betroffenen verändert hat:

Zur Orientierung – Wo befinden wir uns?

Die Merkfähigkeit – 3 Begriffe nachsprechen lassen

Aufmerksamkeit/Rechenfähigkeit – Rückwärtszählen in 7er schritten von 100

Erinnerungsfähigkeit – Begriffe erneut sprechen lassen.

Sprache – Gegenstände zeigen und benennen lassen.

„Je früher sie erkennen, desto schneller lässt sich die Verschlechterung verzögern.“

 

→ Nicht immer ist es Demenz. Lese dazu den Beitrag Delir – Verwirrung muss nicht gleich Demenz bedeuten.

Dieser Beitrag sollte dir die Hintergründe zeigen, die es mit Demenz auf sich hat. Es soll keinesfalls die Meinung des Arztes ersetzen, sondern vielmehr das wichtigste Ziel haben die Lebensqualität des Betroffenen zu erhalten und zu fördern. Spreche mit deinem Hausarzt über beobachtete Veränderungen frühzeitig, um eine Verschlechterung zu verzögern.

Zum Abschluss noch von mir für dich …

Was kann ich dagegen tun?

  • kognitive Leistung des Gehirns trainieren: Lernen eines Instrumentes, oder einer neuen Sprache.
  • Kreativität fördern: Durch malen, oder basteln an einem kreativen Projekt.
  • Bewegung: um die physiologischen Fähigkeiten und die Selbstständigkeit zu wahren.
  • Genügend schlaf und zu regelmäßigen festen Zeiten, um die Regenerationsprozesse im Gehirn zu unterstützen.
  • Isolation vermeiden: Treffen mit Angehörigen, den sozialen Kontakt ermöglichen und stärken.
  • Wohlfühlen: spazieren an der frischen Luft. Sich vergnügen.
  • Ausreichend Flüssigkeitszufuhr, um das Gehirn stehts zu versorgen.
  • Fördern, Fördern und Zulassen. Alles was der Betroffene noch kann, selbst tun lassen.

 

Ich hoffe dir hiermit ein näheres Verständnis zur Demenz gegeben zu haben.
Damit wir gemeinsam besser pflegen.

Dein Gesundheitsberater und Krankenpfleger

Fabio D’Adamo

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Menü